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2010/04/08

bobbel




gerade komme ich mal wieder von einer kleinen reise zurück, diesmal gings in die gute alte heimat. auf den fotos ist meine kleine nichte zu sehen, ich nenne sie den bobbel. finde, dass das ganz gut passt. sie ist genauso ein quatschkopf wie ihre nahen anverwandten, sehr lustig! ein geiles kind! die zeit mit der familie war sehr schön, wie zu erwarten hat es nicht funktioniert, nebenbei ein bisschen zu arbeiten, aber so ist das eben. meine großeltern werden alt, das ist erschreckend. ich finde es immer wieder herausfordernd, diesen "kreislauf des lebens". da wird ein baby geboren, da stirbt jemand. in meinem dorf stirbt die generation meiner großeltern - ihre geschwister und nachbarn - reihenweise weg. das ist echt krass. nichts bleibt, wie es war, es ist ein werden und vergehen und ich weiß manchmal nicht, wie ich das einordnen soll. man kann es irgendwie nur hinnehmen als teil des lebens, muss sich immer wieder dessen bewusst sein, dass loslassen und abschiede dazu gehören, auch wenn es weh tut.


2009/04/04

my home is my castle... teil zwei

weitere geschichten, die mich bewegten.
da ziehen bibelschüler in den sozialen brennpunkt zu den leuten, die wir als assis bezeichnen würden. sie putzen das blut und die rotze im aufzug weg von einem der austickt. und am tag danach tut er als sei das alles nicht geschehen...
ein anderer zieht nach prenzlau, irgendwo ganz weit oben, ganz weit osten, irgendwo in mecklenburg-vorpommern und will dort mit einer alteingesessenen gemeinde ein neues projekt starten und muss durch schwere zeiten...
ein junger pfarrer in einer "toten" kirchengemeinde ist die ganze woche über so eingespannt mit strickkreis, konfirmandenarbeit, beerdigungen usw., dass er keine zeit hat, zu träumen, menschen, die jesus noch nicht kennen, mit jesus bekannt zu machen. das hamsterrad muss am laufen gehalten werden, das eigene geistliche leben muss getötet werden. als skandal empfand ich, dass er eine sieben-tage-woche hat. er ist immer im dienst. gott machte immerhin sabbat.
mutige menschen wie du und ich, die außergewöhnliches tun, weil sie irgendwann angefangen haben, außergewöhnliches zu tun.
zu sterben. zu verzichten. zu leiden um der berufung willen, die in ihren herzen brennt. mit mal mehr und mal weniger begeisterung. mal mehr und mal weniger verzweiflung.
die komfort, heimat, finanzielle sicherheit hinter sich lassen und sich dem offenen meer stellen. mit nicht mehr und nicht weniger als ihrem leben.
und mit nicht mehr und nicht weniger als einem jesus in sich.
das inspiriert mich.

2009/02/19

mit meinem ganzen sein.

das was ich tue, bin ich. das was ich tue, geht nicht ohne mein ganzes sein, ohne die hingabe meines ganzen lebens an diese berufung. ich liebe und hasse es zugleich. weil es mir vor augen führt, wie schwach ich bin, wie unvollkommen, wie sehr mensch.
ich komme gerade von einem treffen für leute, die das KW kennen lernen wollen, die sich vielleicht der gemeinde anschließen möchten, aber zuerst einmal unverbindlich reinschnuppern...
und es ist so: ich bin dort als ganzer mensch. ich brauche mein ganzes sein. alles ist wichtig, alles interessant. ich muss grenzen ziehen, wo es mir allzu privat wird.
pastorin zu sein ist kein 25-stunden-job, er ist mein leben. ich kann es nur mit meinem ganzen leben sein. mit allem, was ich bin und habe.
und um ehrlich zu sein, will ich das nicht immer. 
die menschen sehnen sich nach leitfiguren, nach sicherheit, nach orientierung, nach werten. und ich als pastorin verkörpere meine gemeinde. 
bin ich als person so, dann kann man es auch in der gemeinde finden.
vielleicht will ich es, vielleicht aber auch nicht. ich denke, ich werde diesem anspruch nicht gerecht. 
und das ist okay. ich darf fehler machen, schwach und unperfekt sein.
ich muss abschalten, mich ausklinken, mal privat und nicht pastorin sein. 
wie das gehen kann, das finde ich gerade heraus.
und ich frage mich, ob es nicht cooler wäre, alle wären mit ihrem ganzen sein ein christ, zu dem man aufblicken kann. egal, welchen beruf man ausübt, was man tut, einfach in allem so zu leben, dass es gott ehrt. und zu wissen, dass gott es schätzt, wenn wir mit allem was wir sind und haben, sein kind sind.
denn letzten endes sind wir sowieso nur das. nicht mehr und nicht weniger als sein kind. alles andere ist nicht primär. das kommt erst weiter hinten. und deswegen kann ich es schaffen. weil es meine aufgabe ist, sein kind zu sein und in dieser funktion dann eine pastorin, ein automechaniker, ein musiker, ein altenpfleger, ein sozialarbeiter,....

menschliches versagen, göttliche präzision

diese tage haben es in sich. mein nicht immer überragendes zeitmanagement machte sich bemerkbar, ich stand ziemlich unter strom, dazu kam, dass es zwischenmenschlich sehr anstrengende auseinandersetzungen gab. nicht schön.
der montag, eigentlich mein freier tag, musste dann dazu herhalten, dass ich meine predigt und den tanzworkshop, den ich dienstags zu leiten hatte, noch vorbereiten musste.
außerdem wusste ich, dass ich für die predigt vermutlich noch material einkaufen musste. den film, den ich haben wollte, bekam ich nicht, so schrieb ich das theaterstück um, verwarf es wieder und passte es an die lebenswelt der kids an. abends halb sieben fahre ich dann zu mc geiz, in der hoffnung, dass dieser laden a)noch offen hat und b)das zeug hat, was ich noch brauche... 
da in meinem drucker druckerpatronen fehlen, musste ich meine predigt bei meinen freunden im vorderhaus ausdrucken lassen, was auch alles funktionierte...
den workshop, den ich bereits gehalten hatte, würde ich dann am morgen im zug vorbereiten. den tanz konnte ich glücklicherweise noch...
ich werde in chemnitz abgeholt und wir bereden im auto, welchen teen man die rolle in dem improvisierten stück spielen lassen könnte und die mitarbeiter haben auch sofort eine idee. die rolle des jesus wird ebenfalls besetzt und dann, dort angekommen, gehen wir das alles nochmal durch, ich erkläre meine vorstellungen...
ich erzähle, die beiden spielen, ich binde weitere freiwillige ein... und dann predige ich und es ist geil, es macht spaß, die teens sind mucksmäuschenstill. jesus ist unter uns. es knistert...

nach der predigt kommt eine mitarbeiterin auf mich zu und meint: "der X hat sich selbst gespielt." und sie erzählt mir ihre beobachtung, dass mein junger schauspieler, nach dem stück geweint hat, dass er selbst wohl am meisten von allen profitierte...

es gab noch weitere höhepunkte an diesem tag, aber das hat mich bewegt: der kampf, der stress im vorfeld, dass ich diesen film nicht bekam, das stück umschrieb - und es improvisiert empfand. der vorschlag der mitarbeiter, diesen jungen zu nehmen.... und dann zu erfahren, wie JESUS das alles gebraucht, um mit diesem jungen seine persönliche geschichte zu schreiben... das ist GNADE. 
komisches wort, aber anders kann ich es nicht sagen.

2009/01/24

opa walter...

in letzter zeit ist mir wieder etwas mehr schlaf vergönnt, und darüber bin ich sehr froh. 
ich wache manchmal sogar noch vor dem wecker auf und bleibe dann genüßlich im halbschlaf liegen, ein genuss!!!
ich träume gerade sehr viel und oft auch total konfus und durchgeknallt. 
einen traum möchte ich euch gern erzählen, dazu im vorfeld eine ergänzung: 
mein opa walter starb im letzten jahr. ich vermisse ihn immer wieder mal. er war halt mein opa...
also, ein dialog aus meinem traum:
ich rufe meinen opa an. er geht ans telefon, ich bin völlig erstaunt, dass er ran geht, denn ich weiß ja, dass er tot ist. und so frage ich ihn dann auch ziemlich verblüfft:
"wo bist denn du???"
und er antwortet mir: 
"na, im himmel!"

das hat mich irgendwie umgehauen. der traum geht noch weiter, aber diese kleine sequenz bewegt mich immer mal wieder...
jude

2008/12/21

nachdenkliches und witziges.

Humor ist für das Leben, was Stoßdämpfer für das Auto sind.

Männer, die behaupten, sie seien die Herren im Haus, lügen auch bei anderen Gelegenheiten. Wilhelm Busch

Ein Augenblick der Seelenruhe ist besser,
als alles, was du sonst erstreben magst. Aus Persien

Eine glückliche Ehe ist eine, in der sie ein bisschen blind und er ein bisschen taub ist.

"Ich habe nichts anzuziehen", rief seine Frau dem über ein Manuskript gebeugten Jack London zu. Er antwortete, ohne aufzublicken: "Dann hüll dich in Schweigen."

Zu viele Kirchenbesucher singen „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“, während sie selbst nur auf den Bänken sitzen.

Der Maßstab eines Menschen ist nicht, wie groß sein Glaube ist, sondern wie groß seine Liebe ist.

Verpasse nie die Gelegenheit, deinen Mund zu halten.

Wer nie jagte und nie liebte,
nie den Duft der Blumen suchte,

und nie beim Klang der Musik erbebte, ist kein Mensch, sondern ein Esel.


2008/12/03

unsichtbar aus liebe?

gestern abend unterhielt ich mich mit einem freund darüber, wie schwer/doof/herausfordernd es ist, dass man gott nicht sehen kann. seine antwort brachte mich zum nachdenken: "wir würden es gar nicht aushalten." kein ganz neuer gedanke okay, aber wir spannen ihn weiter.
was würde passieren, wenn wir gott sehen könnten? würden wir vielleicht alle automatisch niederfallen, um anzubeten? würden wir, damit meine ich die ganze menschheit, vor ehrfurcht zitternd, anbetend, taumelnd niederfallen? weil gott einfach mal so krass groß ist?
und wenn diese annahme stimmt, warum macht gott das dann nicht einfach?
vielleicht ist das wie mit den ausbleibenden wundern: gott will um seiner selbst willen geliebt werden. sicherlich könnte er jeden menschen zwingen, ihn zu lieben, indem er einfach mal ein paar krasse sachen in seinem leben veranstaltet. aber das macht er äußerst selten.
weil er an unsere freiwillige liebe appelliert? weil er nicht von menschen geliebt werden will, weil sie gar nicht anders können? sondern weil sie einen schimmer ahnung von seiner größe, allmacht, liebe, etc. haben und deswegen glauben und vertrauen, dass hinter diesem schimmer ein großes licht, ein großer gott steht?
so kommt weihnachten doppelt erbärmlich -für gott - daher. er kommt nicht als großartiger herrscher auf die erde, sondern als gott in menschengestalt. appellierend an die freiwillige liebe.
krass, oder?



2008/09/18

studere (lat.)

wir haben verlernt, die augen auf etwas ruhen zu lassen.
deshalb erkennen wir so wenig.
jean giono

studere kommt aus dem lateinischen und bedeutet: (nach etwas) streben, sich (um etwas) bemühen.
studium ist lait wikipedia die "intensive (meist wissenschaftliche) Auseinandersetzung mit einer Sache, einem Sachverhalt.
beim studium kann ich zwei bereiche studieren, zum einen das geschriebene wort, bücher. zum anderen ereignisse, erfahrungen, die natur.

wenn ich im geistlichen sinne studiere, dann gibt es da vier schritte:
1. wiederholung
wiederholung macht sinn, weil...
sie ein gutes mittel ist, damit bloßes wissen zur handlung wird. zum selbstverständnis zur wahrheit. sie hilft uns, gute gedanken, gottes gedanken einzuüben. gute gewohnheiten einzuüben.
und schließlich verändert sie uns.
im sport passiert folgendes: "wird eine handlung oft genug wiederholt, so merkt sich das gehirn den bewegungsablauf und delegiert es an den teil des gehirns, der für unsere gewohnten und unbewussten tagesabläufe zuständig ist..."
es macht sinn darauf zu achten, mit welchen inhalten wir uns regelmäßig umgeben, denn sie werden uns prägen und werden zu wahrheit in unserem leben.
2. konzentration
konzentration ist fokussierung. wer sich mit fotografie auskennt, weiß, wenn ich einen starken zoom habe und etwas fokussiere, wird alles andere unscharf.
genauso bei der konzentration. wenn ich mich gedanklich auf eine sache, einen menschen konzentriere, mich darauf einlasse, wird für diese zeit anderes unwesentlich. 
kinder, die nicht filtern können zwischen dem lehrer, der etwas erzählt und der spinne am fensterrahmen, haben große probleme in der schule.
konzentration bedeutet: eine sache fokussieren, die andere weglassen.
3. verstehen
verstehen ist mehr als wahrnehmen, verstehen heißt, dass man hinter das vordergründige, das offensichtliche sehen kann und die zusammenhänge erkennt.
der AHA- effekt, wenn man eine formel in mathe versteht, wenn einem endlich ein licht aufgeht.
sinnlichere worte für verstehen: be-greifen, er- fassen.
4. reflektieren
nur wer reflektiert, kann sich verändern. der blick aus einer gewissen distanz schafft oft mehr klarheit, als wenn man mitten im geschehen ist. wenn ich im flugzeug sitze, sehe ich plötzlich die struktur einer stadt, den flußlauf, das gesamtbild einer landschaft.
erst dann, wenn ich mir erlebtes bewusst mache, nachsinne über gelesenes, werden dinge klar, kann ich daraus lernen, sie anwenden.

warum ich das alles schreibe? 
gestern abend hatten wir hausabend und studium ist eine der zwölf geistlichen übungen. mich hat es begeistert, euch vielleicht auch?!

2008/09/08

tanzen...

dieses wochenende war in berlin.
hatte mich zu einem tanzworkshop der schule pro-stage angemeldet, weil ich den stil anderer lehrer kennen lernen wollte und eine erweiterung meines kleinen tanzhorizonts wünschte. die erwartungen wurden nicht enttäuscht.
unsere abenteuerliche übernachtung im wunderschönen reinickendorf im keller eines weit entfernten bekannten von katha, die mit war, konnte uns nicht davon abbringen, die zeit zu genießen.
was mich an meinem lehrer am meisten begeisterte, war, wenn er weisheiten des tanzens zu weisheiten des lebens machte.
beispiele: 
warum ist es gut, wenn ich auf beiden seiten ein rad schlagen kann? weil jeder unterschied, den wir akzeptieren, ihn noch größer werden lässt.
der sinn des unterschied ist, dass die eine seite (bei mir die rechte) von der anderen seite, die es besser kann, lernen kann.
warum ist der focus bei einer drehung wichtig? weil ich da ankommen werde, wo ich hinschaue.
wenn ich in meinem leben meinen blick auf das richte, wo ich ankommen will, werde ich es (viel besser) schaffen. es macht sinn, sich ziele zu setzen.
passend dazu stand in meiner bibellese:
"when christ is the center of your interests, life will be in focus."

soviel weisheit. wünsche mir, dass das in meinem leben mehr realität wird.

2008/08/13

gedanken - waschmaschine teil II

mir fallen noch mehr dinge ein, über die ich gerade nachdenken muss.
durch die vielen grenzerfahrungen im camp bin ich gott wieder näher gekommen.
meine erste predigt handelte von "glaube, der im koma liegt" , v.a. von meinem eigenen. anscheinend schien es vielen so zu gehen, und gerade die menschen mit kindern wirkten oft so beschäftigt und gestresst. ich frage mich seither, ob familie und leidenschaftliche gottesbeziehung sich ausschließen? ob man mit kindern automatisch weniger interessiert  daran ist, reich gottes zu bauen? das ist eine frage aufgrund einer beobachtung, keine kritik.
sicher ist es schwerer, da die sorgen des alltags - so erklärte es mir eine mama am beispiel des vierfachen ackerfeldes - einen schnell erdrücken können. und wieder bestätigte sich der verdacht, dass der teufel sich freut, wenn wir mit sorgen, problemen, geld scheffeln fürs eigene haus, karriere machen, etc. so beschäftigt sind, dass wir für gott und die verlorenen "keine zeit" , keine ressourcen, kein interesse (!?) mehr haben. 
"ablenkung" lautet dieser plan. oder vielleicht götzendienst? laufen wir dem gott geld hinterher?
und dem, was damit verbunden ist?
sorgen wir uns wirklich an erster stelle um gottes reich und dann erst um den "gott mammon"? jesus schließt eindeutig aus, dass wir beiden göttern dienen können. entweder oder. es gibt keinen kompromiss.
was nicht heißen soll, dass geld verdienen schlecht ist. das schlechte ist, wenn wir gott dabei aus den augen verlieren. wenn die prioritäten verrutschen. das geht schneller als wir denken.
weiß ich aus eigener erfahrung.

2008/07/03

was ist dein name?

wie heißt du?
was ist dein name?
wer bist du?
was ist dein lebensauftrag?
wozu bist du hier?

vielleicht kennen manche von euch die geschichte von jakob, der mit gott ringt und nicht damit aufhört, bis gott ihn segnet. gott segnet ihn aber nicht nur, er gibt ihm auch einen namen.
eine bedeutung.
in dem buch von paolo coelho "der fünfte berg" beschreibt der autor, wie der prophet elia die bewohner seines zerstörten dorfes beauftragt, sich selbst einen namen zu geben. einen namen, der das beschreibt, wer sie sind und welchen auftrag sie für sich sehen.
er selbst gibt sich den namen "befreiung", ein junge, den er das schreiben lehrte "alphabet", ein alter mann "weisheit". jeder nach dem, was er kann und ist. was ihn bewegt und ausmacht.
wir sind ja nun nicht in der lage, uns einen rufnamen auszuwählen und uns "befreiung" zu nennen. das würde der standesbeamte sicher nicht zulassen ;-)))
wir haben einen namen bekommen, mit klang und bedeutung, die uns vielleicht gefallen, vielleicht auch nicht.
mal angenommen, du könntest wählen. was würdest du über dein leben schreiben? welchen namen würdest du dir geben? was würdest du wollen, dass die menschen nach deinem tod über dich sagen?
ich glaube, dass wir wählen können, welchen namen, wir uns geben und welche bedeutung unserem leben. denn ich denke, dass gott uns mündig sein lässt, um zu entscheiden, wie wir das was wir erleben, deuten - über die umstände hinaus.
und es ist so, dass meine grenzen nicht die seinen - die göttlichen - sind. ich orientiere mich meist an den meinen, jedoch sind die seinen die maßgeblichen. das sollten wir, insofern wir an gottes größe glauben, nicht vergessen.
was ist dein name?

2008/06/12

wechselbäder

alles bleibt immer nie so wie es manchmal selten war.
weil ich veränderungen mag und brauche, musste mal wieder ein neues layout her. 
ich ändere gern meine haarfarbe, blieb bisher längstens zweieinhalb jahre an einem arbeitsplatz und brauche auch sonst immer mal was neues.
im moment schreibe ich sehr selten, weil ich einfach nicht dazu komme. 
früher... 
waren das meine abendlichen entspannungs-spaß-einträge. heute falle ich abends meist sehr spät sehr k.o. ins bett, den kopf voller bloguntauglicher, aber durchaus meine einschlaffähigkeit beeinträchtigender gedanken.
ja, es ist gerade echt viel los, so als ob man auf einmal zehn projekte hat, die man parallel betreuen und initiieren muss. da fallen mir dann abends im bett noch aufgaben ein, die ich vergessen habe, langfristige planungen sind relativ kurzfristig veränderbar, zu deutsch nur eingeschränkt möglich.
d.h. es kann sein, dass auf einmal in der woche doch alle abende voll sind, obwohl ich es nicht will, aber es lässt sich nicht anders machen, weil da immer noch so ein rattenschwanz dran hängt. da komme ich strukturjunkie öfter mal ins straucheln.
vor einigen tagen bin ich morgens aufgewacht und hatte schon wieder hundert aufgaben im kopf, was ich alles erledigen muss und dazwischen fragen wie
verzettle ich mich gerade?
mache ich überhaupt das, wozu ich angestellt wurde?
sind meine projekte innovativ genug oder verlaufen sie im sand?
was muss ich für den termin etc. noch bedenken?
mache ich noch das, was mir auf dem herzen brennt?
da kann man schon mal pirouetten im gehirn drehen und sich verknoten, den überblick verlieren, und die entspannung sowieso.
hab dann mal meine bibel aufgeschlagen und da standen dann so sachen wie
>> gott hat meine guten taten schon vorbereitet.
>> das wichtigste ist, dass gott mich liebt.
>> es geht um jesus.
>> jesus geht voraus, ich nur hinterher.

ja, wer hätte das gedacht! es geht um jesus! und um nichts anderes. wie entspannend, dass ich bei ihm hinterhergehen darf, wo ich sonst vorausgehen soll - denke ich zumindest.
naja.
heute war mein erster freier abend seit wochen - so fühlt es sich zumindest an.
ich höre nebenbei den EM sound vom dönerladen, in den straßen werden aussschankwagen angerollt, denn morgen startet die BRN!
bunte republik neustadt! ein ehemals linkes, alternatives, inzwischen stark kommerzialisiertes straßenfest mit etwa 100.000 besuchern und einer riesenbühne neben meinem schlafzimmer.
mal sehen, wo ich meine nächte verbringe.
soweit, es wird auch hier nacht und ich freue mich auf mein bett.
auf ein entspannteres leben. weil ER vorausgeht und nicht ich.
jude

2008/05/23

Meldung!

(odpa) Jetzt ist es also offiziell! Länger konnte das Verhältnis der lebenslustigen, jungen J. aus D. mit dem noch jüngeren, attraktiven Liebhaber C. aus R. wohl nicht mehr geheim bleiben.
So machte ihr Management gestern eine offizielle Mitteilung und zitierte dabei J. im Originalton:
"Ja, wir sind offiziell ein Paar!"
Genaueres konnte man ihren Lippen nicht entlocken. Bekannt ist jedoch, dass die beiden bereits in der Vergangenheit eine längere, intensive Beziehung hatten. 
Bei aller Freude bedeutet diese Neuigkeit jedoch auch einen herben Verlust für die verbleibende Männerwelt.
Lange standen die Chancen gut, wenn man vom hohen Anspruch besagter Dame einmal absieht. Nun jedoch scheint es damit endgültig vorbei zu sein.

Wir halten sie auf dem Laufenden!

aus der Redaktion der Regenbogenpresse

2008/04/02

satellitenseele

da oben 
zieht er seine kreise
eine wichtige aufgabe 
hat er
da oben
in der weite des alls
eine wichtige mission
soll er erfüllen
sie verlassen sich
auf ihn
seine fähigkeiten
er funktioniert
weit weg
ist er
der satellit
allein
gut, dass er keine seele hat
und keine gefühle

sonst würde er
vielleicht 
aus seiner bahn
ausbrechen.


2008/04/01

Kraft!

Aus eigener Kraft, Herr, vermag ich es nicht,

aber in der Kraft  deines Geistes

gebe ich dir aufs neue mein JA.

Dir will ich angehören

mit ungeteiltem Herzen.

Mitten in meiner unerträglichen Situation

bekenne ich: Du bist mein Gott.

Du bist mir verborgener denn je,

aber ich will dir vertrauen.

Auswegloser als jetzt habe ich

mein Leben nie erfahren, aber du weißt den Weg.

Ich spüre deine Liebe nicht,

aber ich will nicht auf meine Gefühle bauen.

Für alle Zeit bin ich dein.

Du ermisst die Tiefe meines Erschreckens

und weißt um die Dürftigkeit meines Glaubens.

Du nimmst dich meiner Schwachheit an.

Selbst in der äußersten Verlassenheit bist du da.

Ich werde nicht zerbrechen,

denn du wachst über mir.

 

Antje Sabine Naegeli

 

 

2008/03/16

anti-langeweile-aktion

diesmal habe ich der langeweile vorgebeugt!
mein wochenende ist mit lauter schönen sachen verplant! juhu!
am meisten freue ich mich, dass ich heute zum fünften mal diese woche trainiert habe! rekord. nur dumm, dass ich um ihn zu brechen, beim nächsten mal sechs mal trainieren muss :-(((
und heute abend geh ich nochmal tanzen! feiern! geil!
nur leider nicht zu lange, denn morgen früh geh ich brunchen und später noch auf ein konzert. 
übrigens ist hier meine liste gegen langeweile:
  • hosen nähen (die reißen hinter immer auf- also unten, nicht am arsch- weil sie zu lang sind)
  • überhaupt irgendwas nähen
  • kuchen backen
  • bilderrahmen und schrank lackieren
  • studieren von fachbüchern, die ich schon lange mal lesen sollte/ wollte
  • in ein museum gehen (aaah, wirklich??? ja.)
  • draußen fotografieren gehen.
  • mein zimmer weiter einrichten
  • meinen rechner besser kennen lernen
  • ins solarium gehen
  • trainieren, choreographieren
  • alte freunde anrufen oder ihnen eine postkarte oder einen brief schreiben
  • spazieren gehen oder in ein café sitzen
  • überprüfen, ob ich wirklich das mache in meinem leben, was mir wichtig ist.
  • den tank der seele, des geistes und des körpers voll machen.
ich glaube, die letzten beiden sind mit das wichtigste. 
diese woche war bei mir extrem stressig und gefüllt mit vielen dingen, die einfach nur nervten und mich herausforderten. ich schlief viel zu wenig und war schnell genervt. 
wie dankbar war ich heute für meinen freien tag, den ich neben lästigen pflichten wie wohnung putzen, wäsche und haare waschen ;-) frei gestalten konnte!!!
ich gestalte! ich lebe!
und wenn ich es nicht tue, dann tun es andere oder mein pflichtgefühl 
oder das was man eben machen muss. deswegen finde ich langeweile inzwischen eine richtig gute sache!
jude

2008/03/10

langweilig? langweilig!

mich und langeweile kann man eigentlich nicht kombinieren. sollte es doch einmal annähernd soweit sein, treffe ich sofort beschäftigungstherapeutische maßnahmen :-))
und doch erlebe ich zur zeit beides: dass es mir wie immer nie langweilig ist, weil soviele gedanken und ideen und möglichkeiten und erlebnisse in meinem kopf schwirren. dass mein leben und mein innenleben selten zur ruhe kommen. wenn überhaupt. ständig flattert wieder ein neuer gedankenschmetterling in mein leben oder mir fällt etwas vom himmel vor die füße, das mich zum nachdenken oder handeln herausfordert.
und dann wiederum gibt es zeiten, wo ich einfach nichts mit mir anzufangen weiß! eine völlig neue, befremdende und sonderbare erfahrung. meist sind das die freien tage, auf die ich mich besonders freue und dann sind sie plötzlich da und ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll.
sehr komisch. natürlich habe ich mich mit niemandem verabredet, denn woher soll ich denn im vorfeld wissen, ob ich dann jemanden sehen will...
deswegen habe ich mir jetzt einen plan überlegt:
ich habe eine liste angefangen, auf die lauter dinge kommen, die ich schon immer mal machen wollte oder die ich eigentlich voll gerne mache, aber mich oft innerlich nicht frei dazu fühle, sprich, wenn die muße fehlt. wenn sie mich mal wieder mit ihrer abwesenheit beehrt, weil ich dann doch zuviel ameisen im hintern habe...
naja, am samstag hab ich dann seit hundert jahren wieder einen kuchen gebacken. zwar für einen geburtstag, aber ich hatte spaß. 
wobei mir gerade einfällt, dass ich mir für 2008 vorgenommen hatte, mehr zu agieren und weniger zu re-agieren. bewusster zu leben. und dafür ist langeweile eine ganz gute voraussetzung, oder?
jude- 
die als beschäftigungstherapeutische maßnahme heute mal gepostet hat.

2008/03/01

glück.

tränen in meinen augen
nicht vor schmerz
nicht aus trauer
nicht...
nicht deswegen...
ich nenne es
zuerst
fassungslosigkeit
dann
leises begreifen
staunen mit blinzeln
im augenwinkel
dass es das noch gibt

ich nenne es
glück.

judylina

2008/02/27

überlebt...

mein opa lebt immer noch!
ist grad voll das hin und her. fahr ich runter, fahr ich nicht, dauert's noch lange oder nicht mehr?
hoffe, dass ich die richtige entscheidung treffen werde.
ja, die predigt am sonntag... ich habe mich danach erstmal voll scheiße gefühlt. da kippt man irgendwie seine ganze seele vor den zuhörern aus... und weiß nicht, was sie damit machen. 
so fühlt es sich zumindest an.
ich saß danach da und dachte: "okay judith, die war jetzt echt schlecht, und auch wenn keiner sie gut fand, JESUS freut sich über dich." das war halbwegs tröstlich.
naja, irgendwie hat sich dann doch nicht nur jesus über mich gefreut ;-)))
bin mal gespannt, wann ich etwas gelassener damit umgehen kann. ich steh ja echt gern auf der bühne, aber man macht sich einfach verletzlich und angreifbar. andererseits will ich nicht vorne stehen und so tun, als käme ich mit allem super klar. ich will über meine fragen, meine schwachheit reden, weil ich mir einbilde, dass es nicht nur mir so geht und ich mir wünsche, dass wir den mut haben, mehr dazu zu stehen, wenn mal nicht alles glatt läuft, wenn wir gott komisch finden, wenn wir scheiße gebaut haben...
und wie geil wäre es, wenn wir anfangen würden, offen darüber zu reden und uns gegenseitig inspirieren und mut machen würden... das wünsch ich mir. 
nur mut, jude
jawohl. 
jude

2008/02/23

vom leben und sterben

morgen bin ich dran. predige über das thema "hunger nach leben" und bin immer noch nicht fertig. werde wohl noch zum "last- minute- prediger! schrecklich!
naja, gestern vormittag, als ich so an meinem text sitze, erreicht mich ein anruf meiner eltern.
sie sind auf dem weg ins krankenhaus. mein opa.
er machts wohl nicht mehr lange.
den ganzen tag sitz ich auf kohlen. irgendwie.
muss mich auf meine predigt konzentrieren, die vom leben handeln soll.
alt und lebenssatt ist er. mein opa.
und so schwer es wird, ihn gehen zu lassen, so sehr gönne ich es ihm, dann endlich nach hause zu kommen. bei gott zu sein. seine frau wieder zu sehen, die er die letzten zwei jahre so vermisst hat. noch hat er's nicht geschafft. noch kämpft er.
vom leben und sterben.
herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen.
jude